Wie wird man eigentlich Katzenverhaltensberaterin, und warum?
In dieser Reihe schreibe ich über meinen Weg in die Katzenverhaltensberatung, und der ist natürlich eng mit meinen Katzen Kim und Rina verknüpft.
Katzen sind erst recht spät in mein Leben getreten. Dafür aber mit einem ordentlichen Wumms. 2017 adoptierte ich zwei junge Katzen namens Kim und Rina über einen Tierschutzverein aus Kroatien. Beide hatten Glück im Unglück, denn sie waren dort als Kitten krank und verletzt auf einer Pflegestelle gelandet.
Eigentlich hatte ich mir immer einen Hund gewünscht, doch als Vollzeitberufstätige sah ich keinen guten Weg, mir diesen Wunsch zu erfüllen. Eines Tages sah ich einen Fernsehbericht über ehrenamtliche Gassigänger im Tierheim und war begeistert! Am Wochenende drauf fuhr ich direkt zum örtlichen Tierheim und meldete mich als Gassigängerin an. Und so bin ich inzwischen seit 2005 in verschiedenen Tierheimen an meinem jeweiligen Wohnort ehrenamtlich tätig. Irgendwann ging ich nicht mehr nur mit Hunden spazieren, sondern sprang dort ein, wo Hilfe gebraucht wurde. Katzen, Vögel, Kleintiere – ich mag sie ja alle. Eines meiner Highlights: in einem Raum voller mutterloser Kitten sitzen und mich mit ihnen beschäftigen, um sie an den Menschen zu gewöhnen.
Die Suche nach den passenden Katzen
Der Wunsch nach einem eigenen Tier war immer da, und als es dann beruflich und wohntechnisch passte, bin ich dem gleichen Irrtum erlegen wie viele Menschen: natürlich sollen es Katzen sein, denn die sind einfacher zu halten und unkomplizierter als ein Hund (Spoiler: sind sie nicht). Aus dem Tierschutz sollten sie sein, soviel stand fest. Und erwachsen, keine Kitten. Und ein schwarzer Kater sollte es sein.
Ich hielt also Ausschau nach passenden Gefährten, und bewarb mich auf ein Katerpaar (einer schwarz, einer rot getigert) aus dem Auslandstierschutz. Die Bilder waren sehr süß, und sie wurden als zutraulich und menschenbezogen beschrieben. Also schnell eine Nachricht mit den wichtigsten Eckdaten zu mir, meiner Wohnung und meiner Arbeit (damals noch als Elektroingenieurin) geschrieben. Dann folgten banges Warten und …. eine Absage. Die Kater seien sehr lebhaft und würden nicht zu mir und meiner Wohnsituation passen. Puh, war ich enttäuscht!
Statt der Kater schlug man mir zwei Katzendamen vor, die etwas ruhiger seien, mit Wohnungshaltung gut zurechtkämen, und die vermutlich besser zu mir passen würden. Die Fotos zwar niedlich, aber niemand war schwarz, beide viel jünger als ich es eigentlich wollte, und beide nur mit jeweils einem funktionierenden Auge. Kim hatte Katzenschnupfen gehabt und ein Auge war dadurch so geschädigt, dass es entfernt werden musste. Rina hatte eine Verletzung am Auge, wodurch es eingetrübt war und nur noch eingeschränkt funktioniert.
Das war überhaupt nicht, was ich erwartet hatte, und so folgte erstmal ein ausführliches Telefonat mit der Vermittlerin. Und obwohl ich anfänglich über die Absage der Kater enttäuscht war, so war es mir doch wichtiger, dass es charakterlich zwischen mir und den Katzen passt, und vor allem, dass sich die Katzen mit den Haltungsbedingungen, die ich bieten kann, wohlfühlen können. Nachdem ich noch über die Vorerkrankungen aufgeklärt wurde, erbat ich mir etwas Bedenkzeit. Und entschied mich dann, Kim und Rina zu adoptieren.
Und so kamen nach positiver Vorkontrolle bald Kim und Rina mit einem Transporter aus Kroatien an.
Kim und Rina ziehen ein

Für ihre Eingewöhnung hatte ich mir extra eine Woche Urlaub genommen. Meine Vorstellung: zwei süße Katzen, die bestimmt bald zutraulich werden, mit mir auf dem Sofa kuscheln, wir spielen, haben Spaß, und ab und zu stellen sie etwas Unsinn an.
So verlief es natürlich nicht. Ich bin ja nicht ohne Grund Katzenverhaltensberaterin geworden Ich baue jetzt hier mal einen kleinen Cliffhanger ein, die Fortsetzung und was nach Kim und Rina´s Einzug geschah, gibt´s im nächsten Blogartikel.
