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Katzenchaos mit Kim und Rina

unsere ersten gemeinsamen Tage...

Im letzten Blogartikel hatte ich euch erzählt, wie ich zu Kimi und Rina gekommen bin. Zwei einäugige Katzendamen aus Kroatien, die eigentlich gar nicht meinem ursprünglichen Plan entsprachen. Und dass ich mir extra eine Woche Urlaub genommen hatte, um die Eingewöhnung zu begleiten. Ich hatte mir das so schön vorgestellt.

Es kam natürlich anders.

Die ersten Tage

Rina verschwand direkt unterm Schrank. Zwei Wochen lang. Sie ließ sich kurz am Köpfchen kraulen, wenn ich mich zu ihr runtersetzte, aber das war dann auch schon alles. Kimi war etwas mutiger, aber von entspannt und zutraulich war bei beiden wenig zu spüren. Stattdessen beäugten sie mich mit einer Mischung aus Vorsicht und leiser Ablehnung. Zwei Katzen, die mit ihrer neuen Situation erst mal gar nichts anfangen konnten.

Okay, dachte ich, das dauert halt ein bisschen. Eingewöhnung eben.

Die Pipipfützen

Dann fand ich wenige Tage nach ihrem Einzug morgens plötzlich Pipipfützen. Kleine Pfützen auf dem Sofa, auf dem Sessel, auf den Katzenbettchen.“Ok“, dachte ich, „die müssen sich erst eingewöhnen, vielleicht nur ein einmaliger Ausrutscher.“ Stress, Eingewöhnung, alles neu. Am nächsten Tag waren es wieder mehrere, an verschiedenen Stellen, und mir wurde klar, dass wir ein Problem haben.

Und ich wusste noch nicht mal, welche der beiden das war. Dann löste sich die Frage von selbst: Kimi pinkelte direkt vor meinen Augen auf das Sofa.

Zitrone, Alufolie und andere Internettipps...

Was folgte, war eine ausgedehnte Recherche-Phase mit allem, was das Internet so hergibt. Das Sofa mit Zitronenwasser einsprühen, weil Katzen den Geruch angeblich nicht mögen. Alufolie auf die Polster legen. Dort füttern, wo sie hingemacht hatten. Ich hab wirklich alles ausprobiert, und nichts davon hat geholfen.

Nach etwa einer Woche wandte ich mich an die Vermittlerin des Tierschutzvereins. Die empfahl mir als ersten Schritt den Tierarzt, und tatsächlich: Kimi hatte eine Blasenentzündung. Sie wurde behandelt, die Blasenentzündung heilte aus, aber trotzdem machte Kimi weiter auf Sofa und Bett.

Und als wäre das nicht genug, hatten beide auch noch Giardien, die mit Medikamenten behandelt werden mussten. Medikamenten, die ich irgendwie in zwei Katzen reinkriegen musste, die mich kaum an sich ranlassen wollten, was dem Vertrauensaufbau nicht gerade zuträglich war. Und dann kamen auch noch Flöhe. Ich erinnere mich an diese Wochen als eine einzige Abfolge von: nach Hause kommen, gucken was heute wieder bepinkelt wurde, Medikamente verabreichen, waschen, putzen, von vorne.

Da dachte ich zum ersten Mal ernsthaft: „Was hab ich mir dabei gedacht? Wenn die gesund sind, gebe ich die beiden wieder ab. Das geht so nicht.“ Mein Leben mit Katzen hatte ich mir komplett anders vorgestellt.

Endlich Hilfe - die Verhaltensberatung

Die Vermittlerin empfahl mir schließlich eine Katzenverhaltensberaterin, und ich erinnere mich noch gut an dieses erste Gespräch. Nicht weil sich von einer Stunde auf die nächste alles verändert hätte, sondern weil ich mich zum ersten Mal nicht mehr allein damit fühlte. Da war jemand, der Ahnung hatte, dem ich berichten konnte, der mir zuhörte und erklärte, was da gerade passierte.

Was sich für mich von Anfang an veränderte, war der Blick auf Kimi. Ich hatte sie bis dahin zunehmend als die dominante, böse Katze wahrgenommen, die Rina ständig vertreibt von mir, vom Futter, vom Bett, und das Sofa bepinkelt. Die Verhaltensberaterin erklärte mir, dass Kimi das alles nicht aus Bosheit tat, sondern aus Unsicherheit und Stress, und dass das kontrollierende Verhalten ein Zeichen dafür war, dass sie sich selbst nicht sicher fühlte. Das hat wirklich verschoben, wie ich die beiden gesehen habe.

Der zweite Tiefpunkt

Als Kimi endlich sauber war und die schlimmsten Konflikte zwischen ihr und Rina nachließen, hatte sie einen Katzenschnupfenausbruch und musste zwei Tage in der Tierklinik verbringen. Und in diesen zwei Tagen war Rina eine komplett andere Katze. Sie kam auf mich zu, suchte Nähe, wollte gestreichelt werden, war offen und neugierig und entspannt. Ich hatte Rina bis dahin als die ruhige, zurückhaltende Katze wahrgenommen. In diesen zwei Tagen merkte ich, dass das gar nicht ihre Persönlichkeit war. Das war ihre Anpassung an Kimi.

Es wurde mir schlagartig klar, wie sehr Rina in der Beziehung mit Kimi zurücksteckte, und wie notwendig es war, nicht nur an Kimis Verhalten zu arbeiten, sondern auch daran, Rina´s Selbstbewusstsein aufzubauen.

Der Weg nach vorne

Was folgte, war kein Wundermittel und kein schneller Fix, sondern regelmäßiges Klickertraining, eine optimierte Ressourcenverteilung in der Wohnung und gezielte Exklusivzeiten für Rina. Beschäftigung, Spiel und Aufmerksamkeit, die nur ihr galt, ohne Kimi. Und Schritt für Schritt wurde Rina mutiger. Zuerst blieb sie einfach mal sitzen, wenn Kimi dazukam, statt sofort das Weite zu suchen. Was sich nach wenig anhört, aber enorm viel bedeutet, wenn man weiß, dass Kimi sie vorher schon mit einem einzigen Blick vertreiben konnte.

 

Es hat mehrere Monate gedauert. Aber heute sind die beiden ebenbürtige Freundinnen. Keine steckt mehr zurück, keine bestimmt mehr über die andere. Rina zeigt sich so, wie sie wirklich ist, neugierig, selbstbewusst, manchmal geradezu frech. Und Kimi? Hat offensichtlich auch etwas dabei gewonnen, denn eine entspannte Mitbewohnerin ist für alle entspannter. Die Beziehung der beiden hat sich von einer Schieflage in eine echte Freundschaft verwandelt, und das ist etwas, worüber ich mich noch heute jeden Tag freue.

Und wie ich durch all das letztlich selbst Katzenverhaltensberaterin geworden bin, das gibt’s im nächsten Artikel.

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Hallo, ich bin Nadine,
deine Katzenpsychologin
Als Katzenexpertin unterstütze ich dich dabei, das Verhalten deiner Katze zu verstehen, damit ihr wieder leicht und glücklich zusammenleben könnt.

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