Katzenstreit ist einer der häufigsten Gründe, warum eine Verhaltensberatung angefragt wird. Erfahre hier, wie du Streit unter deinen Katzen vermeiden kannst.

1. Auswahl einer geeigneten, passenden Partnerkatze
Der erste Schritt zur Vermeidung von Katzenstreit ist die Auswahl geeigneter Partnerkatzen. Unter Katzen gilt der Satz „Gleich und gleich gesellt sich gern“. Die Katzen sollten von Alter, Temperament und Spieltyp ähnlich sein. Eine ältere, ruhige Katzendame wird wahrscheinlich wenig begeistert sein über einen jungen lebhaften Kater, der am liebsten Raufspiele spielen möchte. Umgekehrt hat ein junges Kitten einem erwachsenen rauffreudigem Kater körperlich nichts entgegenzusetzen und kann entsprechend verletzt werden, auch wenn es „nur“ Spiel ist. Kitten sollten generell nur zu zweit oder zu einem gleichaltrigen Artgenossen ziehen.
2. Achtsame Vergesellschaftung
Auch hier starten wir mit einem Sprichwort: es gibt nur eine Chance für einen ersten Eindruck! Gehe deshalb bei der Vergesellschaftung sorgsam vor. Das Tempo wird von der Katze bestimmt, die am meisten Zeit braucht. Wenn du zu schnell vorgehst und es erst zu einem Streit kommt, wird die darauffolgende Vergesellschaftung umso schwieriger. Du musst dann erstmal den negativen Eindruck, den eine Katze von der anderen gewonnen hat, wieder wettmachen.
3. Gesundheit
Auch Krankheit einer Katze kann Auslöser für Streitigkeiten sein. Hier kann es sein, dass die kranke Katze aufgrund ihres Unwohlseins plötzlich gereizter auf ihren Artgenossen reagiert. Umgekehrt kann es auch sein, dass die gesunde Katze plötzlich aggressiv der kranken Katze gegenüber ist. Sollten deine Katzen also plötzlich streiten, achte genau auf ihre Körpersprache und den Schmerzausdruck. Mehr über das Schmerzgesicht bei Katzen erfährst du hier.
4. genügend Ressourcen
Sorge dafür, dass deine Katzen sich nicht streiten müssen, in dem du genügend Ressourcen zur Verfügung stellst. Das bedeutet, dass von Schlafplätzen, Höhlen, Sonnenplätzen, Futter, Spielzeugen, und menschlicher Zuneigung genügend vorhanden sind, dass alle Katzen auf ihre Kosten kommen.
5. Beschäftigung und Training
Katzen als kleine Raubtiere brauchen mentale und körperliche Stimulation, um sich wohlzufühlen. Sorge daher dafür, dass keine Langeweile aufkommt, indem du mit deinen Katzen spielst, sie ihr Futter teilweise erarbeiten lässt, oder mit ihnen clickerst. Wer ausgelastet und ausgeglichen ist, kommt nicht auf andere Ideen und muss seine Mitkatze nicht ärgern.
Im Clickertraining lassen sich außerdem wichtige Kompetenzen wie Frustrationstoleranz und Impulskontrolle wie auch ein erwünschtes Alternativverhalten lernen.
Neugierig? Mehr über Clickertraining erfährst du hier.
Und wenn deine Katzen streiten und Konflikte bestehen, dann hol dir gerne professionelle Hilfe. Je länger ein Verhalten besteht, umso mehr festigt es sich und wird zur Gewohnheit.
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