Clickertraining | Streit im Mehrkatzenhaushalt

Katzentraining bei Konflikten im Mehrkatzenhaushalt

 Wie kann Training bei Konflikten im Mehrkatzenhaushalt helfen? Wenn Katzenhalter*innen von Katzentraining hören, denken die meisten sofort an Sitz, Platz, oder vielleicht noch High Five für ein hübsches Video.

Katzentraining: Mehr als nur nette Kunststückchen

Die meisten Katzenhalter*innen denken zuerst an Tricktraining, wenn sie an Katzentraining denken.  Aber genau diese Vorstellung greift viel zu kurz, wenn es um das Zusammenleben mehrerer Katzen geht. Denn Training kann noch etwas ganz anderes leisten, nämlich ein wirklich wertvoller Baustein sein, wenn es in deinem Mehrkatzenhaushalt kriselt.

Was deine Katze dabei wirklich lernt

Im Training lernt deine Katze nicht einfach nur ein Signal auszuführen. Sie lernt Verhaltensweisen, die sie vorher vielleicht gar nicht in ihrem Repertoire hatte, und baut dabei Kompetenzen auf, die ihr im Alltag mit der Partnerkatze helfen. Zwei davon sind besonders wichtig, wenn es um Konflikte geht: Frustrationstoleranz und Impulskontrolle. Eine Katze, die gelernt hat, kurz zu warten, ihren ersten Impuls nicht sofort auszuleben, oder mit einer kleinen Enttäuschung klarzukommen, bringt genau die Fähigkeiten mit, die im Zusammenleben mit einer anderen Katze immer wieder gebraucht werden.

Sich abwenden können

Eine ganz konkrete Fähigkeit, die sich trainieren lässt, ist das Sich-Abwenden. Klingt banal, ist es aber nicht. Denn viele Konflikte im Mehrkatzenhaushalt entstehen genau dann, wenn eine Katze nicht in der Lage ist, sich aus einer angespannten Situation zurückzuziehen oder den Blick von der anderen Katze zu lösen. Wer das im Training übt, hat im entscheidenden Moment eine Handlungsoption mehr zur Verfügung.

Gemeinsam statt nebeneinander

Und Katzentraining kann noch mehr, nämlich auch die Beziehung zwischen deinen Katzen positiv beeinflussen. Wenn beide Katzen zum Beispiel im Clickertraining trainiert werden, können dabei gemeinsame positive Erlebnisse entstehen. Das ist etwas anderes als reines Nebeneinanderher-Leben, es schafft echte gemeinsame Momente mit positiver Verknüpfung.

Ganz konkret geübt

Man kann im Training auch ganz gezielt an Situationen arbeiten, die im Alltag immer wieder für Reibung sorgen. Zum Beispiel, dass eine Katze einfach an der anderen vorbeigehen kann, während die andere entspannt sitzen bleibt, ohne aufzuspringen, zu fauchen oder hinterherzurennen. Genau solche alltäglichen Begegnungen lassen sich Stück für Stück aufbauen und üben. So lernt deine Katze ein Alternativverhalten, welches sie im Zusammenleben mit ihrer Partnerkatze einsetzen kann. Denn Verhalten lässt sich nicht einfach verbieten oder „abschalten“. Einer Katze einfach zu sagen, was sie nicht tun soll, ohne ihr gleichzeitig zu erklären, wie sie sich stattdessen verhalten soll, wird die Situation unter deinen Katzen langfristig nicht verbessern. 

Weitere Nebeneffekte

Und dann gibt es noch einen positiven Nebeneffekt, der auf den ersten Blick gar nichts mit dem Zusammenleben der Katzen zu tun zu haben scheint, nämlich die mentale Auslastung. Training beschäftigt den Kopf deiner Katze, und eine Katze, die mental ausgelastet und zufrieden ist, hat schlicht weniger aufgestauten Frust. Und Frust, der nicht da ist, muss auch nicht irgendwo abgebaut werden, am wenigsten an der Partnerkatze.

Zwei bis drei Minuten, die sich lohnen

Du musst dafür auch keine stundenlangen Trainingseinheiten einplanen. Zwei bis drei Minuten pro Katze und pro Tag reichen völlig aus, um deine Katze auszulasten, zu beschäftigen und ihr neue Fähigkeiten und Kompetenzen an die Pfote zu geben.

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