Fauchen, knurren, verjagen, kämpfen – manche Anzeichen für Konflikte unter Katzen sind offensichtlich. Doch wusstest du, dass es auch sehr subtile Anzeichen dafür gibt, dass deine Katzen Stress miteinander haben?
Subtile Anzeichen für Konflikte Ernst nehmen
Nicht erst, wenn Konflikte eskalieren, sollten Spannungen im Katzenteam ernstgenommen werden. Doch damit du frühzeitig reagieren kannst und den Ursachen für die Konflikte auf den Grund gehen kannst, musst du die Spannungen rechtzeitig erkennen. Je länger Katzen ein Verhalten zeigen, umso mehr wird es zur Gewohnheit, und umso länger deine Katzen negative Erfahrungen miteinander machen, umso negativer wird der Eindruck voneinander, und dann wird in der Regel mehr Zeit benötigt, um das Verhältnis der Katzen zueinander wieder ins Positive zu rücken. Damit dir das nicht passiert, kannst du auch folgende Anzeichen achten.
Eine Katze zieht sich zurück
Alle im Haushalt lebenden Katzen sollten sich in ihrem Zuhause frei bewegen können und Zugang zu allen Ressourcen haben. Wenn sich eine Katze immer zurückzieht, sobald sich die andere nähert, ist das kein gutes Zeichen. Das kann sich zum Beispiel so zeigen, dass du mit Katze A auf dem Sofa schmust. Nun kommt Katze B ins Wohnzimmer, und Katze A reagiert angespannt. Kommt Katze B näher, räumt Katze A das Feld und zieht sich zurück. Auch wenn sich eine Katze nicht mehr von ihrem Platz traut oder nur noch geduckt durch die Wohnung schleicht, ist es Zeit zu handeln. Oft wird dies übersehen als Anzeichen für Disharmonien unter den Katzen, und dann heißt es „Sie ist einfach zurückhaltend.“ oder „Sie lässt der anderen Katzen eben den Vortritt.“ , obwohl diese Verhalten auf unterliegende Konflikte zwischen den Katzen hinweist.
Anstarren und Weg versperren
Unstimmigkeiten im Mehrkatzenhaushalt äußern sich nicht immer nur in Kampf. Es können auch subtile Zeichen sein, wie dass eine Katze immer an strategisch günstigen Punkten sitzt und die andere Katze „wegstarrt“, so dass diese sich nicht ins Zimmer traut. Anstarren ist unter Katzen ein Drohverhalten. Es wird von vielen Haltern oft als „Sie guckt doch nur“ missverstanden. Auch das Sitzen an Durchgängen zu wichtigen Ressourcen weist auf Unstimmigkeiten hin.
Unsauberkeit und Harnmarkieren
Unsauberkeit kann viele Ursachen haben. Eine Ursache ist Stress, und hierzu zählt auch Stress mit den Artgenossen. Es kann durchaus vorkommen, dass einer Katze von ihren Artgenossen vor der Katzentoilette aufgelauert wird, und diese sich beim Verlassen der Toilette auf sie stürzen, dass sogenannte Klomobbing. Die gemobbte Katze meidet dann die Katzentoilette und wird unsauber. Aber auch stressbedingte Blasenentzündungen durch dauerhaftes Mobbing sind möglich.
Beim Harnmarkieren wird im Gegensatz zur Unsauberkeit Urin im Stehen meist an senkrechte Flächen gespritzt. Harnmarkieren zählt zur innerartlichen Kommunikation unter Katzen und weist auf einen hohen inneren Erregungszustand hin. Auch hierfür kommen Konflikte unter Katzen als Auslöser in Frage,
Spiel oder Ernst?
Manchmal ist es nicht ganz einfach zu unterscheiden ob Katzen spielen, und sich zum Spaß wilde Verfolgungsjadgen liefern, oder ob es Ernst ist. Spiel erkennst du daran, dass sich die Rollen Verfolger und Verfolgter abwechseln. Spiel ist auch immer freiwillig. Wenn einer ein Raufspiel spielen möchte und die andere Katze nicht, dann ist es für letztere kein Spiel. Im Spiel führen Katzen außerdem oft den sogenannten „Hoppelgalopp“ und übertriebende Bewegungen durch.
Wenn Spiel einseitig wird oder die Katzen unterschiedliche Spielvorlieben haben, kann dies zum Problem werden. Denn auch wenn die Absichten des spielerisch angreifenden Tieres friedlich sind, so ist es für die Katze, die „zwangsberauft“ wird, nicht lustig.
Wie sieht eine gute Katzenbeziehung aus?
In den sozialen Medien wird oft der Eindruck vermittelt, befreundete Katzen würden ständig schmusend und sich gegenseitig putzend beieinander liegen. Das ist nicht so. Eine Katzenfreundschaft kann auch einfach eine respektvolle Wohngemeinschaft sein, in der alle auf ihre Kosten kommen und niemand gemobbt wird. Gemeinsam mit etwas Abstand auf der Fensterbank sitzen und beobachten, gelegentliche Nase-Nase-Kontakte, um gleichen Zimmer entspannen können – das kommt deutlich häufiger vor als „die große Liebe“, und ist völlig in Ordnung.
Wenn du ein oder mehrere der oben genannten Anzeichen bei deinen Katzen feststellst oder nicht sicher bist, wie das Verhältnis deiner Katzen untereinander ist, schreib mir gerne eine Nachricht an nadine.pfuhl@katzenstimmen.de